Von Tina Kaiser, 05.02.10, 22:02h, aktualisiert 05.02.10, 22:03h
Der Kauf von EMI 2007 war zweifelsohne ein schlechtes Geschäft, das die britische Private-Equity-Firma Terra Firma 2007 für ihre Kunden machte. 90 Prozent des Geldes musste der Konzern ohnehin schon abschreiben. Grund sind unter anderem illegale Musikdownloads und sinkende CD-Verkäufe, die der ganzen Branche zu schaffen machen.
Finanzspritze nötig
Nun legten die Wirtschaftsprüfer von KPMG einen Bericht vor, nach dem EMI nur zu retten ist, wenn Terra Firma eine weitere Finanzspritze von 120 Millionen Pfund aufbringt. Andernfalls würde das Label mit Künstlern wie Robbie Williams, Norah Jones, Depeche Mode, Herbert Grönemeyer und der Band „Wir Sind Helden“ der US-Gläubigerbank Citigroup in die Hände fallen. Das könnte auch Folgen für die Deutschland-Zentrale von EMI in Köln haben.
Wie jetzt bekannt wurde, verbuchte der Musikkonzern für das Geschäftsjahr bis Ende März 2009 einen Verlust vor Steuern von 1,75 Milliarden Pfund. Schuld daran waren Abschreibungen von mehr als einer Milliarde Pfund vor allem auf den Wert des Musikkatalogs. Ohne neue liquide Mittel kann die Firma ihre Kredite von 2,6 Milliarden Pfund bei der Citigroup nicht mehr erfüllen. Doch selbst wenn die Investoren einer Kapitalspritze zustimmen, sehen die Prüfer von KPMG nicht optimistisch in die Zukunft. Bei der für März 2011 angesetzten Kreditprüfung durch die Citigroup könnte es erneut zu einem „signifikanten Fehlbetrag“ kommen, heißt es.
Ende 2009 hatte Terra-Firma-Gründer Guy Hands versucht, die Bank zu einer Restrukturierung der Darlehen zu bewegen. Doch Citigroup lehnte ab. Die Chancen für eine einvernehmliche Lösung dürften dadurch nicht gestiegen sein: Im Dezember verklagte Terra Firma die Bank sogar auf Entschädigung. Nach Ansicht der Investoren wurden sie beim Kauf der EMI getäuscht. Die Bank habe verschwiegen, dass ein anderer Bieter sich zurückgezogen hatte und damit den Preis in die Höhe getrieben.
Im Zuge eines Sparprogramms fielen bereits 2000 Stellen weg. Die Rolling Stones wechselten 2008 nach mehreren Jahrzehnten zum Konkurrenten Universal Music. Auch Paul McCartney rechnete mit seiner ehemaligen Plattenfirma ab und nannte sie „langweilig“. (mit dpa, ksta)
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